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Indien-Nothilfe | UPDATE und DANKE

"Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten,
viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern."

Liebe Mitmenschen,

angesichts der immensen Notlage der indischen Bevölkerung, erscheint unsere Hilfe vor Ort nur ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein. Erleben wir – mein indischen Helferteam Vorort und ich – dann aber in direktem Kontakt zu den notleidenden Familien die Dankbarkeit der Menschen darüber, nicht vergessen worden zu sein, dann wächst dieser vermeintliche Tropfen plötzlich zu einem kleinen Wasserfall – und es fließt Mitgefühl, Hoffnung und Nächstenliebe.
Es ist zwei Jahrzehnte her, dass mich ein in Bettelposition eingeschlafenes Straßenmädchen im Bahnhof von Mumbai so tief berührt hat, dass dieser Moment letztendlich zur Gründung von Heartkids e.V. geführt hat. Seitdem ist viel passiert – nicht nur der Tsunami-Nothilfeeinsatz, sondern es sind zwei Kinderdörfer, Einrichtungen zur Ausbildung von jungen Frauen und vieles mehr entstanden. Nicht zuletzt kann das Frauenschutzzentrum im Norden Indiens Dank Eurer Spenden seit Jahren Mädchen und Frauen vor dem sonst sicheren Tod retten.
All dies passiert nur durch das Mitgefühl, durch gelebte Nächstenliebe. Ich sage gerne: „Heartkids ist mein erstes Baby“ – und das wird auch so bleiben. Ich möchte hiermit allen danken, die mir dieses Vertrauen entgegen bringen und uns nun auch in dieser wirklich schrecklichen Situation unterstützen.

Hilfsgueter

Es sind bisher rund 20 000 Euro Corona-Nothilfe eingegangen und auch wenn es auf betterplace eine Sicherheitsfrist bis zur Auszahlung gibt, haben wir schon Gelder nach Indien gesendet und eingesetzt.

Im Norden wurden 2000 Hilfspakete (mit Masken, Tests, Vitaminen, Desinfektionsmittel, Medikamenten aus dem Bereich der Naturheilkunde) für erkrankte Menschen erworben und in den Dörfern am Fuße des Himalayas verteilt – denn die Pandemie ist nun auf dem Weg in die ländlichen Gebiete, wo es kaum medizinische Versorgung gibt.

Junge Witwe
In Tiruvannamalai in Tamil Nadu haben wir begonnen, Pakete mit Lebensmitteln an besonders bedürftige Familien zu verteilen: es fehlt den Frauen, die sonst als Tagelöhnerinnen auf Feldern und Baustellen arbeiten, an allem während des Lockdowns! Es gibt in diesen Familien keinerlei Ersparnisse, keine Unterstützung vom Staat – die Kinder haben schlichtweg Hunger. Also geht es hier um Basics wie Reis, Öl, Linsen, Eier, Gewürze, Naturheilmittel zur Stärkung des Immunsystems, Seife, Desinfektionsmittel und Masken. Ich appelliere täglich an meine Mitarbeiterinnen des Heartgirls Trusts, sich selbst ausreichend zu schützen und keine Menschenansammlungen entstehen zu lassen bei der Verteilung. Es ist eine Gratwanderung! Bisher konnten hier rund 100 Familien versorgt werden. Alleinerziehende Frauen mit mehreren Kindern, alte Menschen, jung verwitwete Inderinnen ohne Rückhalt der Familie.

Heartgirls team

Ein weiterer langjähriger Projektpartner hat nun ein Hilfsprogramm für 7 kleine Dörfer entworfen, in welchen die hungernden Menschen dreimal täglich mit warmen Malzeiten versorgt werden sollen und die notwendigen Utensilien zur Pandemiebekämpfung erhalten (Masken, Desinfektionsmittel, Tests). Pro Monat werden hierfür insgesamt rund 6000 Euro benötigt. Geplant sind zunächst drei Monate. Auch möchten wir von Todesfällen betroffenen mittellosen Familien bei den Kosten der Einäscherung der Verstorbenen finanziell beistehen.

Nothilfe21

Ich habe tiefen Respekt vor meinen MitarbeiterInnen in Indien, welche momentan selbst nahestehende Verwandte an COVID19 verlieren, teils selbst erkranken – und sich trotzdem mit all ihrer Kraft und Liebe den Ärmsten der Armen und auch weiterhin weiblichen Gewaltopfern widmen – denn auch sexuelle Gewalt hört in diesen Zeiten nicht auf. Die kriminelle Energie in den Straßen der indischen Großstädte muss beängstigend sein.

Ich danke Euch vielmals für Eure Großherzigkeit! Leitet meinen Hilfeaufruf sehr gerne weiter an Menschen, die gerne teilen. Teilen macht glücklich – deshalb erwische selbst ich mich regelmäßig dabei, wie ich kleine Beträge an mein "eigenes Baby" spende. Als alleinerziehende Teilzeit-Sozialpädagogin habe ich nicht viel übrig, aber wenig kann viel sein, wenn es von Herzen kommt – und der Tropfen zum Wasserfall wird.

Von Herzen alles Liebe
Judith Christina Retz

Gründerin und 1. Vorsitzende Heartkids e.V.

JC mit GeethaWer gerne spenden möchte, kann dies HIER über betterplace tun oder über unser Spendenkonto (auf Wunsch wird natürlich eine Spendenquittung ausgestellt!):

Sparkasse Freiburg
Kontonr.: 1221 5955
BLZ: 680 501 01
IBAN: DE15 6805 0101 0012 2159 55
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Indien Corona Nothilfe | MAI 2021

 

„Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden,
als die Dunkelheit zu verfluchen.”

(Konfuzius)


Ihr Lieben,

schon seit Tagen ringe ich nach Worten für das, was in Indien momentan passiert. Meine Projektpartnerin Renu war selbst an Corona erkrankt und ich in großer Sorge um sie. Wir wissen alle, dass es momentan so gut wie unmöglich ist, Zugang zu angemessener Behandlung zu erhalten.
Nun ist sie über den Berg und direkt wieder voller Tatendrang. Renu sagt: „Nicht die Pandemie an sich ist das Problem, sondern das, was sie aus den Menschen macht. Sie zeigen ihr hässlichstes Gesicht!“
Schlechte Menschen würden zu wirklichen Teufeln mutieren…
Sauerstoff wird beispielsweise in großen Mengen zurückgehalten und zu horrenden Preisen auf dem Schwarzmarkt verkauft. Zugang zu privaten Krankenhäusern ist nur mittels hohen Bestechungsgeldern möglich.
 
kleine 
Und wieder sind es die Ärmsten der Armen, die am meisten unter den Zuständen leiden: Aufgrund der Ausgangssperre können TagelöhnerInnen nicht arbeiten gehen – wer sonst von der Hand in den Mund lebt, hat nun gar nichts mehr, um seine Familie zu versorgen.
Die Anrufe im Frauenschutzzentrum hatten sich in den vergangenen Monaten ohnehin drastisch gehäuft aufgrund zunehmender häuslicher Gewalt. Nun klingelt das Telefon zusätzlich, weil Menschen dringend Sauerstoff benötigen und nicht mehr wissen, wohin in ihrer Not.

Aradhya
 
Renu wird heute einen großen Wassertank für die Menschen im Krematorium besorgen. Die erschöpften Arbeiter dort haben nicht einmal ausreichend zu trinken. Es sterben täglich Unzählige aller Altergruppen, die Dunkelziffer ist höher, als man sich überhaupt vorzustellen vermag: „Es ist ein wirkliches Chaos“, sagt Renu. Sie habe schon viel Dunkles erlebt, aber solche Zustände noch nie: „Wir haben Angst vor einem Bürgerkrieg!“

Wir sehen Tag für Tag, was sich tun lässt. Es geht vor allem um die Versorgung der Ärmsten der Armen mit dem Notwendigsten. Es mag sich anfühlen wie ein Tropfen auf dem heißen Stein – aber es sollte uns nicht davon abhalten, Gutes zu tun, sei es auch noch so klein:
„Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als grosse, die man plant.“ (George C. Marshall)

 

Judith und RenuIch danke Euch von Herzen für Eure Unterstützung!

Alles Liebe
Judith Christina Retz
(Gründerin und 1. Vorsitzende Heartkids e.V.)


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Gute (Heartkids-)News August 2020

Die Kraft der Gedanken ist unsichtbar wie der Same, aus dem ein riesiger Baum erwächst; sie ist aber der Ursprung für die sichtbaren Veränderungen im Leben des Menschen.
(Leo N. Tolstoi)
Ihr Lieben,
die 4-jährige Sonali konnte heute nach einer dreitägigen, sehr aufreibenden Rettungsaktion von meiner Projektpartnerin Renu in Nord-Indien gerettet werden. Nachdem die Mutter der Kleinen sich aus der Gewalt ihres Ehemannes befreit hatte, behielt dieser seine Tochter als „Geisel“, missbrauchte sie schwer und drohte sie zu töten, sofern seine Frau nicht zurück käme.
2020 Sonali
Nachdem die Untätigkeit der Polizei die Leiterin des Frauenschutzzentrums fast zur Verzweiflung getrieben hatte, bat mich Renu um gute Gedanken und Gebete, damit die Kleine lebendig gerettet werden kann. Ich habe mich über Facebook (KLICK) und Instagram (folgen) an Euch UnterstützerInnen gewendet und wie ein Wunder war die Kleine plötzlich innerhalb nur einer Stunde in Sicherheit. Renu hatte es geschafft, einen hohen Minister mit ins Bott zu bekommen. Sie hat sich darauf sehr erschöpft und dankbar mit mehreren Audionachrichten bei mir gemeldet und mich gebeten, ihre tiefe Dankbarkeit an alle Unterstützerinnen weiterzugeben – ohne Euch wäre diese Arbeit nicht möglich! DANKESCHÖN!
 
Ich war sehr beschäftigt bis Ende Juli, da die Überprüfung unserer Gemeinnützigkeit – wie alle drei Jahre – auf dem Programm stand. Die Bürokratie gepaart mit der Pandemie, drei Jungs daheim und meiner Berufstätigkeit haben mich auf Trab gehalten. Langsam habe ich Zeit und Raum zum Durchatmen – und für ein Update!
Wir v2020 Kowsalya eigenes Kleidon Heartkids haben uns dazu entschieden, uns zukünftig zu 100% auf den Schutz und die Ausbildung von Mädchen und Frauen zu konzentrieren. Ich werde zukünftig nur noch mit Frauen vor Ort zusammen arbeiten und den Fokus komplett auf diejenigen richten, welche unsere Unterstützung am nötigsten haben.
 
Die Gründung eines indischen Partnervereins „HeartGIRLS“ ist bereits erfolgt und wir werden sehen, wohin die Reise damit führt.
 
Aktuell werden mit Euren Spenden vor allem die laufenden Kosten des Frauenschutzzentrums inklusive der Rettungsaktionen und die Ausbildungskosten zahlreicher Mädchen in ganz Indien finanziert. Sie werden Krankenschwerstern, Lehrerinnen, Anwältinnen oder machen erst einmal ihr Abitur.
 
Auf dem Foto ist Kowsalya in ihrem selbst geschneiderten Kleid zu sehen, welches die Vollwaise im Rahmen ihres Modedesign-Studiums entworfen hat.
 
Die von mir seit 2004 aufgebauten Einrichtungen in Tamil Nadu bestehen lange genug, um nun Gelder von der Regierung beantragen zu können. Inwiefern das passiert, überlasse ich dem Team vor Ort. Aufgrund der aktuellen, durch die Pandemie geprägten Lage vor Ort steht dort ohnehin alles auf Neu-Start.
 

Ich danke Euch von Herzen für Eure Unterstützung!

"Und alles zusammen, alle Stimmen, alle Ziele, alles Sehnen, alle Leiden, alle Lust, alles Gute und Böse, alles zusammen war die Welt. Alles zusammen war der Fluß des Geschehens, war die Musik des Lebens." (Hermann Hesse in Siddharta)

Alles Liebe und Gute von Herzen in diesen außergewöhnlichen Zeiten!

Judith Retz

(Gründerin und 1. Vorsitzende Heartkids e.V.)

2020 Judith Renu

 

 

 

 

 

 

Judith und Renu bei einem Treffen im Januar 2020

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Weihnachts-Newsletter Heartkids e.V.

„Segen sei mit Dir, der Segen strahlenden Lichts,
Licht um Dich her
Und innen in Deinem Herzen“
(Irischer Weihnachtswunsch)
 
19 Kowsalya Licht

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Mitmenschen,

als Uthrakumari im Jahr 2006 zu uns ins damals neu eröffnete Kinderdorf Heartkids Home gezogen ist, hätte niemand geglaubt, welch’ einen Weg das kleine Halbwaisenmädchen aus ärmsten Verhältnissen einmal gehen wird: Vor wenigen Tagen hat sie ihre Urkunde aufgrund des erfolgreich abgeschlossenen „B-Com“-Studiums erhalten und ich möchte diesen besonderen Moment gerne mit Euch teilen.

19 Uthra B Com

Uthra ist nur eines von vielen Beispielen, wir durch Eure Hilfe sozial benachteiligte Kinder die Möglichkeit erhalten, trotz ihres familiären Hintergrundes ihren Weg zu gehen und ihr Leben einmal als starke, unabhängige Menschen mitzugestalten.

Unser Fokus richtet sich in den letzten Jahren immer mehr auf die Förderung von Mädchen und jungen Frauen, vor allem elternlose Kinder und Opfer von sexueller Gewalt. Die Zahl der allgemein bedürftigen Menschen in Indien ist sehr groß, doch mir liegt aus persönlichen Gründen besonders diese Zielgruppe am Herzen. Ich kann es kaum erwarten, in wenigen Tagen für einen Besuch in unser Frauenschutzzentrum in Nord-Indien zu fliegen: Die Mädchen und Frauen, die dort Zuflucht gefunden haben, berühren mich immer wieder aufs Neue in ihrem Mut und in ihrer Kraft, trotz ihres Schicksals nicht aufzugeben. Auch Ihr tragt einen sehr großen Teil dazu bei, denn sie haben Dank Euch einen (überwiegend) sicheren, warmen Ort, erhalten Traumatherapie, juristische Begleitung und dazu die Möglichkeit zu studieren. Zudem werden sie befähigt, selbst Präventions-Workshops zu gestalten und z.B. an Schulen über sexuelle Gewalt aufzuklären. Die jungen Frauen bekommen ihre Würde zurück:

19 Renus Mdels

Ich möchte mich an dieser Stelle im Namen des ganzen Teams sehr herzlich für Eure treue Unterstützung im Jahr 2019 bedanken, mit der wir vor Ort sehr viel bewirken konnten!

Wer immer mal wieder wissen möchte, was gerade bei Heartkids vor Ort passiert, kann sich sehr gerne auf unseren Facebook-Seiten oder über Instagram informieren. In den Zeiten von E-Mail-Fluten sind das die Kanäle unserer Wahl. Außerdem ist es sehr schön, so miteinander verbunden zu sein. Mittlerweile nutzen sogar unsere Schützlinge der ersten Stunde die sozialen Medien und so entsteht ein wunderbares Heartkids-Netz...

Mit den besten Wünschen für ein entspanntes, lichtvolles Weihnachtsfest und viel Gesundheit, Freude, Kraft und Mut für das Jahr 2020!

Judith Retz

(Gründerin und 1. Vorsitzende von Heartkids e.V.)

19 jcr

 

 

 

 

 

 

 

 

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Eine echte Weihnachtsgeschichte

18 Thank you

Liebe Mitmenschen,

manchmal gibt es Geschichten, die einfach geteilt werden müssen. Vor drei Tagen war meine indische Freundin Renu auf dem Heimweg vom Basar. Auch am Fuße des Himalaya ist es nun Winter und für dortige Verhältnisse kalt. Renu fiel eine Frau mit sechs kleinen Kindern auf den Bahngleisen auf, sie stoppte das Taxi und lief zu der Familie - die Mutter brach in Tränen aus und die Kinder warfen sich Renu in die Arme: Aufgrund schwerer Gewalt durch den Ehemann hatte die 25-Jährige beschlossen, das Leben ihrer Kinder und ihr eigenes auf den Bahngleisen zu beenden.

Renu packte die Rasselbande ins Auto und nahm alle mit ins Frauenschutzzentrum, bekochte die ausgehungerte Familie aus dem Slum und ging mit der verzweifelten Mutter ins Gespräch. Jenseits jeglicher Bildung war sie jahrelang dem muslimischen Ehemann und seinen unvorstellbaren Gewaltausbrüchen ausgeliefert gewesen. Sie vertrat vehement die Ansicht, alle Menschen, die nicht an Allah glauben, wären böse und sie würde niemals Essen von Hindus anrühren. Als sie erfuhr, dass Renu selbst Hindu ist, war das Essen bereits im Bauch und die glücklichen Kinder im Bett - und sie erkannte, dass es keine Frage der Religion ist, wer gut und wer böse ist.

18 Familienrettung

In diesem Sinne: Lasst uns alle so viel MENSCH wie möglich sein, lasst uns das, was wir haben, teilen - und lasst uns nicht vergessen, welch' ein Schatz es ist, dass wir Bildung erhalten, wir sozial abgesichert sind und wir abends ein warmes Bett haben, nicht hungern müssen.

Renu schrieb spät nachts nach der Rettung, als die Kinder und ihre Mutter friedlich schliefen: "Das Nest hier ist voller Wärme und Liebe für alle. Danke Dir, Judith-Engel, für Deine unglaubliche Großzügigkeit, Dein grenzenloses Mitgefühl und Deine Fürsorge. Mögen alle Wesen in Frieden sein". Diese Worte möchte ich sehr gerne an Euch alle weiter geben! Denn ohne Euer Vertrauen in mich, in das, wohin ich Eure Spenden "investiere" - ohne Euch gäbe es das Frauenschutzzentrum in Dehradun und die Projekte in TIruvannamalai gar nicht!

Ich wünsche allen von Herzen eine lichtvolle Weihnachtszeit und ein zufriedenes, glückliches Jahr 2019!

Judith Retz im Namen des Heartkids-Teams und der Herzenskinder

 18 GH Geetha

 

 

 

 

 

 

 

 

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Herzenswunsch (Heartkids-News September 2018)

Es geht nicht nebeneinander und schon gar nicht gegeneinander, es geht nur miteinander.

(Unbekannt)

Liebe Menschen aus nah und fern,

18judith mit geethanach intensiven Sommerwochen in Indien wieder daheim, kommt mir die Zeit dort bisweilen wie ein Traum vor. Unfassbar, wie unmenschlich das Leben an anderen Orten dieser Welt doch sein kann! Seit langem mal wieder war ich völlig eingetaucht in die indische Kultur mit all ihren Licht- und Schattenseiten – und ringe noch nach Worten. Wo anfangen? 

Besonders bestärkend waren die Wochen in unserem HeartGirls Home in Tiruvannamalai. Dort tagtäglich zu erleben, wie Mädchen aus so schweren Verhältnissen zurück in ihre eigene Kraft finden, frei von Äng18Heartkids Homesten aufwachsen dürfen, macht Hoffnung! Gerade abends, wenn alle zur Ruhe kommen und sich in kleinen Grüppchen sammeln, zusammen singen, Spiele machen, quatschen, kichern, mit den Hausmüttern tratschen, gerade dann liegt eine so friedliche Atmosphäre über der Einrichtung, dass die Herausforderungen der Tages in Vergessenheit geraten. Natürlich standen auch Besuche im Heartkids Home, im Kidcenter und in der Ausbildungsstätte auf dem Programm und zahlreiche junge Frauen, deren Studium wir finanzieren, waren glücklich, mir ihren Dank persönlich ausdrücken zu können. So war immer etwas los – und es ist noch viel zu tun!

Nach der Zeit im Süden ging die Reise weiter in Renus Frauenschutzzentrum hoch im Norden, am Fuße des Himalaya. Wir lernten junge, mutige Frauen kennen, die Dinge durchgemacht haben, die man sich gar nicht erst vorstellen möchte. Opfer schwerer sexueller Gewalt, die jetzt Jura studieren, um selbst eines Tages für Gerechtigkeit kämpfen zu können.

Eine 21-Jährige verzierte mir die Hände traditionell mit Henna: Im Januar dieses Jahres wären sie und ihre 7-jährige Tochter (Folge einer Zwangsheirat mit 14) beinahe von den Schwiegereltern bei lebendigem Leibe verbrannt worden. Renu konnte sie in letzter Sekunde retten und die beiden Schützlinge leben nach ihrer waghalsigen Flucht nun im „Nest“, wie die Frauenrechtlerin ihr Schutzzentrum liebevoll nennt.

18im frauenschutzzentrum

Während des Besuchs klingelt in regelmäßigen Abständen die 24-Stunden-Hotline für Mädchen und Frauen in Not: Eine junge Mutter wurde nach der Geburt ihrer Tochter vom Ehemann verlassen, da sie eine geschlechtsbedingte Abtreibung abgelehnt hatte. Nun ist sie den Schwiegereltern hilflos ausgeliefert, welche die Frau hungern lassen, so dass sie voller Sorge ist, nicht genügend Muttermilch für das Neugeborene zu haben. Eingesperrt für 40 Tage Wochenbett war sie froh, zumindest heimlich ein Handy von ihrer Schwester erhalten zu haben. Wut und Ohnmacht.

Später ist eine befreundete Journalistin aus Delhi am Apparat: Eine 14-Jährige habe sich das Leben genommen, nachdem ihr Vergewaktuger (ein ranghoher Politiker) nach nur sechs Monaten vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden war und der Opferfamilie einen Besuch inklusive hohem Geldgeschenk abgestattet hatte. Renu vermutet sofort Mord an dem Mädchen, getarnt als Suizid – sie gibt der Journalistin grünes Licht für den Gang an die Presse. Schock und Verzweiflung.

Im Laufe des Nachmittags meldet sich eine niedergeschlagene indische Prinzessin im Frauenschutzzentrum - einst hatte sie aus Liebe einen Mann aus armen Verhältnissen geheiratet, welcher sich im Laufe der Jahre all ihre Besitztümer selbst angeeignet hat. Jetzt – im Alter von 72 Jahren - wäre die einst reiche Prinzessin komplett mittellos und müsse sogar um kleine Summen Bargeld betteln, damit sie einmal eigenständig einkaufen könne. Sie würde sich trennen wollen, die letzten Lebensjahre gerne in Frieden verbringen – nur wie? Mitgefühl und Verständnis. 

Nach allem, was ich in Indien erlebt habe, glaube ich den Statistiken, die Indien als das frauenfeindlichste Land weltweit betiteln. Ich verspüre mehr denn je den Wunsch, Mädchen und Frauen auf ihrem Weg in ein würdevolles, eigenständiges Leben zu begleiten. Das geht nur weiter mit Euch und Eurer Unterstützung, für die ich so dankbar bin. College-Gebühren pro Semester und Mädchen betragen je nach Studiengang/Stadt/Universität zwischen 200 und 800 Euro (HIER direkt helfen), gerade für Jura müssen wir hohe Beträge aufwenden, da nicht jedes „normale“ College bereit dazu ist, ehemalige Vergewaltigungsopfer aufzunehmen. Aufgrund der Tatsache, dass diese ihre Täter angezeigt haben, stellen sie ein gewisses Risiko dar.

18mit den heartgirls

Bei all der Schwere macht es auch Mut, Frauen in Indien zu begegnen, welche bereit dazu sind, ihr Leben dem Kampf für Gerechtigkeit zu widmen und tatkräftig für ihre, für unsere Schwestern einzustehen. Meine Seelenschwester Renu hat dafür schon unzählige Male ihr Leben riskiert und schützt meines, in dem sie meine Unterstützung vor Ort streng geheim hält. Mittlerweile haben sich 182 Vergewaltiger gegen sie zusammen geschlossen und stellen ihre Arbeit vor tägliche Herausforderungen. Die Tage bei ihr vergingen wie im Flug und Renus Wunsch danach, einfach ein paar Stunden mit mir zu sitzen, meine Hand zu halten und nichts zu tun, wurde nicht erfüllt. Zu sehr halten uns die Aufgaben des Alltages in Bewegung. Jetzt trennen uns wieder tausende Kilometer, doch wir stehen in täglichem Kontakt und ich werde alles dafür tun, ihre Mission aus der Ferne zu unterstützen.

18Judith und Renu

Wie kann es sein, dass unsere Welt so unterschiedliche Gesichter hat? Wie kann es sein, dass im Zeitalter von Internet und weltweiter Vernetzung junge Mütter eingesperrt werden, weil sie ein Mädchen geboren haben und sie leise verhungern sollen? Mich lässt das nicht los und ich war froh, nun von Renu zu erfahren, dass sich eine Polizistin gefunden hat, die in täglichen Kontrollbesuchen überprüft, ob Frau und Kind ausreichend Nahrung erhalten und medizinisch versorgt werden.

Nur ein Schicksal von vielen. Nur wenige, die es schaffen, sich Hilfe zu holen. Zu vieles, was hinter verschlossenen Türen geschieht. Zu vieles, was von verschossenen Herzen und Augen nicht wahrgenommen wird. Lasst es uns nicht egal sein, was auf unserem Planeten geschieht! Bitte erzählt diese Geschichten weiter, bitte denkt an die „Heartgirls“, wenn Menschen geben, teilen möchten. Es ist so wichtig, füreinander da zu sein! 

Für mich ist am Montag der „Urlaub“ vorbei, denn der Lebensunterhalt will auch verdient werden. Von daher seht es mir nach, wenn E-Mail-Anfragen erst im Laufe der Zeit beantwortet werden können.

Ich danke Euch von Herzen für Eure Unterstützung und wünsche Euch alles Liebe

Judith Retz

(Gründerin und 1. Vorsitzende Heartkids e.V.)

18miteinander

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Grüße von den Herzenskindern

Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze anzünden
ohne dass ihr Licht schwächer wird.
Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.
(Siddhartha Gautama)

merry christmas17

Ihr Lieben,

mit bunten Weihnachts- und Neujahrsgrüßen der Mädchen und Jungen aus Tiruvannamalai, Süd-Indien möchte ich mich im Namen aller Herzenskinder und des ganzen Heartkids-Teams für die wunderbare Unterstützung im Jahr 2017 bedanken!

Nur Dank Euch ist es möglich, so viele Mädchen und Jungen, junge Frauen und junge Männer auf ihrem Weg in ein würdevolles, gutes Leben zu begleiten.

Ich wünsche allen ein entspanntes, fröhliches Weihnachtsfest und alles Liebe und Gute für das Jahr 2018!

Judith Retz

Gründerin von Heartkids e.V.

happy new year18

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Heartkids-News Herbst 2017

„Zeit heilt Wunden. Musik heilt Wunden. Glaube heilt Wunden. Kunst heilt Wunden. Besonders Liebe heilt Wunden!“

(Günter Grass)

Liebe Heartkids-Freundinnen und Freunde,

vorhin habe ich mit „meinen Mädels“ in Indien telefoniert, sie haben freudig gejuchzt und ich weiß nicht mehr, wie oft wir uns gesagt haben, dass wir uns vermissen.

Hinter mir liegt ein unbeschreiblich intensiver Projektbesuch bei den Herzenskindern in Süd-Indien, bei dem unser 2. Heartkids-Vorsitzender Stephan Rau und ich viele sehr berührende, ergreifende, bedrückende und beglückende Momente in Tiruvannamalai erleben durften.

17zusammenimHH

Ich empfinde neue Dankbarkeit für alles, was wir mit Hilfe Eurer finanziellen Unterstützung in den vergangenen 13 Jahren aufbauen konnten. Die Projekte blühen und die Arbeit trägt offensichtlich Früchte, Heartkids ist ein wundervolles Gemeinschaftswerk – trotz aller Herausforderungen und Hürden, die immer wieder damit verbunden sind…

17KowsalyaDankbar bin ich auch für all die besonderen Begegnungen vor Ort.17abschied Immer noch im Arm halte ich unsere Kowsalya aus dem Heartgirls Home, die beim Abschied die Tränen nicht zurückhalten konnte. Die 16-jährige hat als kleines Kind miterleben müssen, wie ihr Vater die Mutter brutal ermordet hat. Seitdem trägt sie eine tiefe Sehnsucht nach mütterlicher Liebe im Herzen. Das Mädchen hat mir anvertraut, dass das Sterbedatum ihrer Mama zugleich mein Geburtsdatum ist und es für sie so bei allem Schmerz auch ein guter Tag ist. Tagsüber gehört Kowsalya zu den besten Schülerinnen der Klasse, abends tanzt sie frei und lebensfroh, scheint einen Weg gefunden zu haben, mit ihrem Schicksal zu leben. Sie träumt davon, Stewardess zu werden. Ich bin so stolz auf sie! Wer sie und unsere anderen Mädels tanzen sehen will, hier sind ein paar bewegte Impressionen aus unserem Girls Home: KLICK

Ebenso den Mord an ihrer Mutter durch den eigenen Vater erleben musste unsere Renuka vor knapp zwei Jahren. Nun kann sie Dank Heartkids einen Masterstudiengang absolvieren und zugleich ihre drei jüngeren Geschwister versorgen. Die vier Kinder sind völlig auf sich alleine gestellt. Der Vater wurde trotz 15-jähriger Haftstrafe bereits nach 3 Monaten wieder frei gelassen (natürlich aufgrund von Bestechungsgeldern), es besteht jedoch kein Kontakt und die junge Studentin trägt die Verantwortung und ihr Schicksal mit einer mich tief berührenden Tapferkeit und Würde. In langen Gesprächen hat sie mir das Geschehene erstmals persönlich berichtet und es lässt mich ohnmächtig fühlen, mit welcher Gewalt indische Männer gegen ihre Frauen vorgehen können, ohne dass sie angemessen bestraft und die Überlebenden entsprechend beschützt werden: „Als ich meinen Vater nach dem Tod von Mama angerufen habe, meinte er nur: Ja, ich habe sie getötet und Du wirst die nächste sein“. Renuka kommt nun abends in unser Girls Home, um den Mädels Nachhilfeunterricht zu erteilen. So können wir sie und ihre Geschwister finanziell unterstützen, ohne dass sie das Gefühl haben, „Almosen“ zu empfangen.

17 EC Naehmaschinen

Im Education Center wurden mittlerweile über 60 junge Frauen zu Schneiderinnen ausgebildet, momentan befinden sich 22 weitere in der Lehre. Ich hatte die Ehre, fünf Absolventinnen ihre Nähmaschinen überreichen zu dürfen. Sie haben ihre Dankbarkeit sehr deutlich zum Ausdruck gebracht und überzeugend geschildert, wie wertvoll diese Möglichkeit für sie ist, ein kleines Geschäft eröffnen und durch Näharbeiten eigenständig Geld verdienen zu können. Eine Nähmaschine kostet uns aktuell gerade mal 70 Euro – für uns nicht die Welt, für diese junge Frauen durchaus!

Ein großes Geschenk ist auch Ruban, unser neuer Sozialarbeiter im Heartkids Home. Hier ist er mit rotem T-Shirt in der Bildmitte zu sehen:

17 Ruban MSW

Mir war es wichtig, dort nach vielen Jahren endlich jemanden „vom Fach“ anzustellen und musste hart dafür kämpfen - nun ist er eine wertvolle Ergänzung des Teams, das bisher aus den Hausmüttern, der Köchin, dem Hausmeister und den Lehrern bestand, welche den knapp 50 Jungen und Mädchen abends bei den Hausaufgaben helfen. Der junge Sozialarbeiter hat mit seinem sanften Gemüt in den letzten Monaten schnell ein Vertrauensverhältnis zu den Kindern aufgebaut und beherrscht zugleich das nötige Fachwissen, um die monatlichen Berichte und individuellen Hilfepläne für die indischen Behörden anzufertigen.

Auch ein Projektbesuch bei unseren Tribal-Kindern stand auf dem Programm. Momentan können wir 35 Mädchen und Jungen in dem kleinen Dorf ihren Schulbesuch ermöglichen, indem wir sie täglich zur Schule bringen und wieder abholen und für die Hausaufgabenbegleitung sorgen. Da wir die letzten Jahre immer wieder Probleme hatten mit sehr jung verheirateten Mädchen, werden demnächst einige der Jugendlichen in unser Girls Home nach Tiruvannamalai ziehen, so dass sie alle Zeit der Welt haben für ihre Schul- und Ausbildung.

17 tribals

Meine persönliche Arbeit hat sich die letzen Monate sehr gewandelt. Neben der üblichen Heartkids-Verwaltung (Spendenquittungen, Abrechnungen u.ä.), habe ich mittlerweile täglich Kontakt zum indischen Team vor Ort, weshalb die deutsche Öffentlichkeitsarbeit auch leider etwas zu kurz kommt. Auch mein Tag hat nur 24 Stunden und ich „schmeiße“ Heartkids quasi nebenbei – neben meiner eigentlichen Berufstätigkeit, der Versorgung meiner drei Kinder, Haushalt und Co. Ich möchte hiermit um Verständnis bitten, dass ich es nicht immer umgehend schaffe, auf alle E-Mails einzugehen oder Euch eben auf dem aktuellen Stand der Projekte zu bringen.

Um so schöner und wichtiger ist es, dass die Unterstützung trotzdem weiter fließt und wir unsere kleinen und großen Herzenskinder weiter liebevoll und auf sinnvolle Art und Weise begleiten können.

Von Herzen alles Liebe und DANKE im Namen aller, die Teil von Heartkids sind

Judith Retz

Gründerin und 1. Vorsitzende Heartkids e.V.

Judith2017

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
WIr freuen uns über Unterstützung, damit die Projekte weiter blühen können!
 
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Heartkids-News Dezember 2016

Judith Retz

Wir sind Brüder und Schwestern, denn wir haben alle dieselbe Mutter – Mutter Erde.

(Xokonoschtletl Gomora, Schamana aus Mexiko)

 

 

Liebe Heartkids-„Familie“,

fast täglich erreichen mich Nachrichten per E-Mail und WhatsApp aus Indien. Häufig beginnen sie mit „Dear Mummy“ oder enden mit „I love you, sister“. Was anfangs noch etwas gewöhnungsbedürftig war, ist mittlerweile zur Normalität geworden: Neben meiner eigenen Rasselbande in Deutschland habe ich noch unzählige Töchter und Söhne, kleine Brüder und Schwestern in Indien, die das Leben mir anvertraut hat und die ich mit Eurer Hilfe auf ihrem Weg in ein würdevolles Leben begleiten darf.

Es ist toll, Dank moderner Technik regelmäßig mit meinen Schützlingen in Kontakt zu stehen. So versüßen mir Nachrichten über ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch in einem der renommiertesten Krankenhäuser in Tamil Nadu oder über bestandene Bachelor-Prüfungen den Tag.

Vijayalakshmi aus Tiruvannamalai bedankte sich vorgestern per Videobotschaft  bei mir für den Scheck, mit dem sie die Collegegebühren bezahlen kann. Sie studiert mittlerweile mit viel Freude Betriebswirtschaft:

Vijayalakshmi aus Tiruvannamalai

Zugleich erreichen mich aber auch mehrmals die Woche erschütternde Nachrichten von Mädchen, die sich erst ganz am Anfang ihres „Heilungsweges“ befinden: sie wurden nach einer Gruppenvergewaltigung vor dem Suizid bewahrt oder vom schwer gewalttätigen Ehemann befreit. In manchen Gegenden sind über 50% der Ehen Kinderheiraten, Indien ist weltweit trauriger Spitzenreiter: diese jungen Mädchen sind meist völlig verloren. Die Bilder der Misshandlungsspuren muss ich dann schnell wieder löschen, weil es schier unerträglich ist. Nicht löschen lassen sich die schrecklichen Geschichten…

Licht und Dunkel liegen so nahe beieinander! Gerade mein Engagement für Renus Mission in Nord-Indien bringt mich immer wieder an meine Grenzen. Kurz nach der erfolgreichen Rettung des Schutzzentrums für indische Gewaltopfer durch das Bezahlen der Pacht, meinte die Leiterin zu mir: „Ich bin froh, dass Du gerade in Deutschland bist, denn hier könnte ich nicht für Deine Sicherheit garantieren und hätte Sorge um Dein Leben“. Ich bin durch die Unterstützung des einmaligen Projektes zum „Feind“ der Widersacher (allesamt Täter der Schutzsuchenden) geworden. Und so versuche ich mich in dem Spagat, dem Frauenhaus zu helfen, aber trotzdem meine Anonymität in Indien zu wahren und „inkognito“ zu bleiben. Die Unterstützung dieser Mädchen ist also eine Art geheime Mission geworden, bei der ich nach wie vor über jede Spende dankbar bin.

12 16 Obergeschoss SchutzzentrumDank Euch sprudelt dort seit Juni (Bohrung eines eigenen Brunnens) frisches Himalaya-Wasser aus einem unterirdischen Strom in knapp 300 Fuß Tiefe und das Schutzzentrum ist damit unabhängig von der öffentlichen Wasserversorgung. Das marode Dachgeschoss wurde zudem mit Eurer Hilfe die letzten Monate komplett renoviert und nun steht die Einrichtung an oberster Stelle, die das Leben der jungen Frauen leichter und schöner machen soll. Es geht um das Studienzimmer, den Waschraum, Duschen und Koch- und Essbereich. Vielleicht möchte sich ja jemand im Rahmen seiner „Weihnachtsspende“ beteiligen, auf der Homepage befindet sich eine Liste mit dem aktuellen Bedarf (HIER klicken). Auch auf betterplace (Link) habe ich einiges eingestellt.

Außerdem träumen wir von Solarpaneln, die in der kalten Jahreszeit den Mädchen eine warme Dusche ermöglichen und während Phasen des Stromausfalls für Solarenergie sorgen. Kosten: rund 7000 Euro.

WICHTIG: Da nun auch die GLS hohe Gebühren eingeführt hat, ziehen wir ab sofort zurück auf das alt bewährte Konto der Sparkasse, weil diese uns sämtliche Gebühren einmal im Jahr zurückspendet – eine sehr großzügige Geste. Daten siehe unten!

Hier ein Bild der jungen Frauen nach einem ihrer Workshops, die sie z.B. an Schulen und in Slums zur Gewaltprävention durchführen - so lernen sie, aus der Opferrolle auszusteigen und "das Beste" aus ihrer eigenen schlimmen Erfahrung zu machen, indem sie andere Kinder stärken und davor bewahren. In der Team-Arbeit blühen sie sichtlich auf, sie sind unter Gleichgesinnten und widmen sich einer gemeinsamen Sache:

Die jungen Frauen nach einem ihrer Workshops zur Gewaltprävention

Soweit die Neuigkeiten von hier. Es fällt mir schwer, mich kurz zu fassen, denn es gäbe immer sehr viel zu erzählen und ich nehme intensiv teil an den Geschehnissen vor Ort. Die Rettung der Mädchen ist mit einem sehr großen Risiko verbunden, so dass ich immer froh bin über tägliche „Lebenszeichen“ der Leiterin. Mittlerweile haben sich mehrere der angezeigten Vergewaltiger zu einer „Gang“ zusammengeschlossen, welche mit allen Mitteln (Morddrohungen, Überfälle mit Schlagstöcken, Auflauern auf dem Weg zum College und Androhung weiterer Vergewaltigungen) versuchen, die Mädchen zum Schweigen zu bringen, damit sie nicht als Zeugen vor Gericht aussagen. Eine gängige Praxis in Indien und kein Vergleich mit dem deutschen Rechtssystem. Bestechbare Richter, die auf Seiten der Täter sind, gehören zur Normalität, Auch heute wird einer der Fälle im Gericht verhandelt und ich hoffe, dass der Richter das Opfer überhaupt anhört. Schon das wäre ein kleiner Erfolg!

„Es ist noch ein langer, langer Weg“, sagt Renu immer, „aber nichts kann mich davon abhalten, meiner Mission zu folgen. Ich habe keine Angst“.

12 16 RevathiAbschließend noch ein kleines Lichtblick: Auf dem Bild sehr Ihr Revathi aus Tiruvannamalai. Sie und ihr Bruder wachsen bei ihren Großeltern unter ärmsten Verhältnissen am Rande der Stadt auf. Ich kenne sie seit ihrer Einschulung und hätte damals niemals gedacht, dass sie so lange zur Schule geht - mittlerweile ist sie stolze 9. Klässlerin! Ich bin dankbar und froh, dass ihre Großeltern ihr dass ermöglichen und hoffe, dass sie eines Tages sogar studieren wird. Aber schon jedes weiteres Schuljahr ist ein "gewonnenes Jahr" auf ihrem Weg in ein eigenständiges Leben.

Es ist ein Geschenk, mit Eurer Hilfe etwas Licht ins Dunkel zu bringen, diesen, meinen, unseren (!) Kindern, Schwestern und Brüdern den Weg zu beleuchten, zu ebnen für ein glückliches, gesundes und würdevolles Leben auf unserer einen Mutter Erde.

Danke von Herzen für Eure Unterstützung und eine licht- und freudvolle Adventszeit!

Be soft.
Do not let the world make you hard.
Do not let the pain make you hate.
Do not let the bitterness steal your sweetness.
Take pride that even though the rest of the world may disagree, you still believe it to be a beautiful place.
(Kurt Vonnegut)

Judith Retz

(Gründerin und 1. Vorsitzende Heartkids e.V.)

Spendenkonto Sparkasse Freiburg
Kontonr.: 1221 5955
BLZ:   680 501 01
IBAN: DE15 6805 0101 0012 2159 55
BIC:    FRSPDE66XXX

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Heartkids-News Frühling 2016

judith retz 1"So lange ich Augen habe, um das Elend in dieser Welt zu sehen,
so lange ich Ohren habe, um von der Armut zu hören,
so lange ich ein Herz habe, um das vorhandene Leid zu fühlen,
werde ich nicht damit aufhören,
für eine gerechte und friedliche Welt da zu sein.
Es gibt nichts Schöneres
als zu lieben, als zu teilen"
(Judith Retz)

 

Liebe Mitmenschen,

es gibt gute Neuigkeiten aus Indien! Am Wochenende war es endlich soweit – der Zeitpunkt der Pachtübergabe für die nächsten 25 Jahre war gekommen. Renu und ich waren beide aufgeregt, ob dem eigenwilligen Anwalt des so gutmütigen Hausbesitzers noch ein paar Steine oder gar Felsbrocken einfallen, die er in den Weg legen könnte… Aber dem war nicht so und es ist alles bestens gelaufen.

Renus "Nest" ist also offiziell gerettet! Alle Türen des Kriseninterventionszentrums sind wieder offen und so werden nach einer langen Phase der Unsicherheit endlich neue Mädchen in Not dort Schutz finden können. Wir sind Euch unendlich dankbar für diese unglaubliche Unterstützung!

Ganz neu im „Frauenhaus“ ist z.B. die 18-jährige Neela (Name geändert). Sie hat bei einem schrecklichen Unfall vor fünf Jahren (ein Strommast war auf sie gefallen) beide Hände verloren. Hier ein Foto von Renu und ihr:

Renu und NeelaDie Regierung hat Neela daraufhin zwar eine gute Summe Schmerzensgeld zugesprochen, doch sie und ihre Familie haben das Geld nie gesehen: ihr Anwalt hat sich den Betrag mit den zuständigen Polizisten geteilt und – als wäre das nicht schlimm genug – das hilflose Mädchen und seine beiden Schwestern daraufhin jahrelang sexuell ausgebeutet. Eine Schwester beging schließlich Suizid, die andere hat das Dorf fluchtartig verlassen und dann glücklicher Weise von Renus Wirken für Gewaltopfer erfahren. So konnte Neela jetzt aufgenommen werden und darf ein neues Leben in einem liebevollen Zuhause beginnen. Sie kommt aus einem Dorf im Himalaya und hat nie regelmäßig eine Schule besucht. So standen direkt erste Schreibübungen auf dem Programm, welche mit viel Freude absolviert wurden. Mal sehen, was das Leben noch mit ihr vorhat, Neela hat mutige Träume!

Es gibt nun sogar eine vertraglich geregelte Möglichkeit, das Gebäude für immer zu übernehmen. Da der Eigentümer nicht nur über 80 ist, sondern auch schwer erkrankt, wird seine Reise hier bald zuende sein und er wollte nicht gehen, ohne den weiteren Weg für diese Mission zu ebnen, da seine Söhne (im Gegensatz zu ihm) der Arbeit nicht wohlgesonnen sind. Dazu ein andermal mehr.

Ich bin unendlich dankbar für dieses Projekt und werde es weiterhin mit allen mir möglichen Mitteln unterstützen. Die meisten dieser Mädchen hatten aufgrund des Grauens, was sie erleben mussten, keine Hoffnung mehr auf ein besseres Leben; sie wurden um all ihre Rechte beraubt, von denen die meisten nicht einmal wussten – sie waren schwer traumatisiert, viele wollten sterben. Doch nun erfahren sie, was es heißt, geliebt zu werden und (sich) selbst zu lieben - sie erhalten eine neue Perspektive.

Renus Mädchen erkunden die Welt:

Weltentdeckerinnen

Es ist ein Geschenk, Teil dieser wertvollen Arbeit zu sein.

Bei den weiteren Heartkids-Projekten in Tiruvannamalai ist gerade viel im Wandel und es ist noch nicht klar, wohin die Reise dort führt. So hat die Regierung beispielsweise angeboten, die laufenden Kosten für die beiden Homes zu übernehmen. Für „bewährte“ Einrichtungen gibt es diese Möglichkeit mittlerweile, was ich persönlich befürworte. Auch hier werde ich Euch auf dem Laufenden halten, wenn die Dinge klarer sind. Jetzt sind erst einmal bis Juni Sommerferien, denn die heißeste Zeit des Jahres ist angebrochen.

Dieses Jahr haben vier Mädchen aus unserem HeartGIRLS Home Ihr Abitur absolviert:

Abiturientinnen

Vijayalakshmi, Sangitha, Uthrakumari und Selvi – ich bin unendlich stolz auf Euch, ganz unabhängig von den Ergebnissen (die wir erst im Laufe des Mais erfahren).

Mir liegt die Ausbildung von jungen Frauen in Indien ganz besonders am Herzen, da sie in meinen Augen die Grundlage für ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben ist. Mädchen ohne Bildung sind in Indien leider "Freiwild" für die patriarchalische und frauenfeindliche Gesellschaft. Ich bin so dankbar für alle Menschen, die Heartkids dabei unterstützen, diese Arbeit tun zu können! Ich weiß Euer Vertrauen sehr zu schätzen und mir ist es enorm wichtig, dass Eure Spenden in Indien best möglich eingesetzt werden - damit eben mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, der größt mögliche Erfolg erzielt werden kann - für eine gerechtere und friedlichere Welt.

DANKE von Herzen für all die Unterstützung und einen schönen Frühling wünscht

Judith Retz

(Gründerin und 1. Vorsitzende von Heartkids e.V.)

Unsere Arbeit ist nur mit Euren Spenden möglich! 
Kontoinhaber: Heartkids e.V.
Konto-Nr.: 79 23 501 200
BLZ: 430 609 67
IBAN: DE38 4306 0967 7923 5012 00
BIC: GENODEM1GLS 

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