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Newsletter

Gute (Heartkids-)News August 2020

Die Kraft der Gedanken ist unsichtbar wie der Same, aus dem ein riesiger Baum erwächst; sie ist aber der Ursprung für die sichtbaren Veränderungen im Leben des Menschen.
(Leo N. Tolstoi)
Ihr Lieben,
die 4-jährige Sonali konnte heute nach einer dreitägigen, sehr aufreibenden Rettungsaktion von meiner Projektpartnerin Renu in Nord-Indien gerettet werden. Nachdem die Mutter der Kleinen sich aus der Gewalt ihres Ehemannes befreit hatte, behielt dieser seine Tochter als „Geisel“, missbrauchte sie schwer und drohte sie zu töten, sofern seine Frau nicht zurück käme.
2020 Sonali
Nachdem die Untätigkeit der Polizei die Leiterin des Frauenschutzzentrums fast zur Verzweiflung getrieben hatte, bat mich Renu um gute Gedanken und Gebete, damit die Kleine lebendig gerettet werden kann. Ich habe mich über Facebook (KLICK) und Instagram (folgen) an Euch UnterstützerInnen gewendet und wie ein Wunder war die Kleine plötzlich innerhalb nur einer Stunde in Sicherheit. Renu hatte es geschafft, einen hohen Minister mit ins Bott zu bekommen. Sie hat sich darauf sehr erschöpft und dankbar mit mehreren Audionachrichten bei mir gemeldet und mich gebeten, ihre tiefe Dankbarkeit an alle Unterstützerinnen weiterzugeben – ohne Euch wäre diese Arbeit nicht möglich! DANKESCHÖN!
 
Ich war sehr beschäftigt bis Ende Juli, da die Überprüfung unserer Gemeinnützigkeit – wie alle drei Jahre – auf dem Programm stand. Die Bürokratie gepaart mit der Pandemie, drei Jungs daheim und meiner Berufstätigkeit haben mich auf Trab gehalten. Langsam habe ich Zeit und Raum zum Durchatmen – und für ein Update!
Wir v2020 Kowsalya eigenes Kleidon Heartkids haben uns dazu entschieden, uns zukünftig zu 100% auf den Schutz und die Ausbildung von Mädchen und Frauen zu konzentrieren. Ich werde zukünftig nur noch mit Frauen vor Ort zusammen arbeiten und den Fokus komplett auf diejenigen richten, welche unsere Unterstützung am nötigsten haben.
 
Die Gründung eines indischen Partnervereins „HeartGIRLS“ ist bereits erfolgt und wir werden sehen, wohin die Reise damit führt.
 
Aktuell werden mit Euren Spenden vor allem die laufenden Kosten des Frauenschutzzentrums inklusive der Rettungsaktionen und die Ausbildungskosten zahlreicher Mädchen in ganz Indien finanziert. Sie werden Krankenschwerstern, Lehrerinnen, Anwältinnen oder machen erst einmal ihr Abitur.
 
Auf dem Foto ist Kowsalya in ihrem selbst geschneiderten Kleid zu sehen, welches die Vollwaise im Rahmen ihres Modedesign-Studiums entworfen hat.
 
Die von mir seit 2004 aufgebauten Einrichtungen in Tamil Nadu bestehen lange genug, um nun Gelder von der Regierung beantragen zu können. Inwiefern das passiert, überlasse ich dem Team vor Ort. Aufgrund der aktuellen, durch die Pandemie geprägten Lage vor Ort steht dort ohnehin alles auf Neu-Start.
 

Ich danke Euch von Herzen für Eure Unterstützung!

"Und alles zusammen, alle Stimmen, alle Ziele, alles Sehnen, alle Leiden, alle Lust, alles Gute und Böse, alles zusammen war die Welt. Alles zusammen war der Fluß des Geschehens, war die Musik des Lebens." (Hermann Hesse in Siddharta)

Alles Liebe und Gute von Herzen in diesen außergewöhnlichen Zeiten!

Judith Retz

(Gründerin und 1. Vorsitzende Heartkids e.V.)

2020 Judith Renu

 

 

 

 

 

 

Judith und Renu bei einem Treffen im Januar 2020

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Wer gerne spenden möchte, kann dies HIER über betterplace tun oder über unser Spendenkonto:
Sparkasse Freiburg
Kontonr.: 1221 5955
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Weihnachts-Newsletter Heartkids e.V.

„Segen sei mit Dir, der Segen strahlenden Lichts,
Licht um Dich her
Und innen in Deinem Herzen“
(Irischer Weihnachtswunsch)
 
19 Kowsalya Licht

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Mitmenschen,

als Uthrakumari im Jahr 2006 zu uns ins damals neu eröffnete Kinderdorf Heartkids Home gezogen ist, hätte niemand geglaubt, welch’ einen Weg das kleine Halbwaisenmädchen aus ärmsten Verhältnissen einmal gehen wird: Vor wenigen Tagen hat sie ihre Urkunde aufgrund des erfolgreich abgeschlossenen „B-Com“-Studiums erhalten und ich möchte diesen besonderen Moment gerne mit Euch teilen.

19 Uthra B Com

Uthra ist nur eines von vielen Beispielen, wir durch Eure Hilfe sozial benachteiligte Kinder die Möglichkeit erhalten, trotz ihres familiären Hintergrundes ihren Weg zu gehen und ihr Leben einmal als starke, unabhängige Menschen mitzugestalten.

Unser Fokus richtet sich in den letzten Jahren immer mehr auf die Förderung von Mädchen und jungen Frauen, vor allem elternlose Kinder und Opfer von sexueller Gewalt. Die Zahl der allgemein bedürftigen Menschen in Indien ist sehr groß, doch mir liegt aus persönlichen Gründen besonders diese Zielgruppe am Herzen. Ich kann es kaum erwarten, in wenigen Tagen für einen Besuch in unser Frauenschutzzentrum in Nord-Indien zu fliegen: Die Mädchen und Frauen, die dort Zuflucht gefunden haben, berühren mich immer wieder aufs Neue in ihrem Mut und in ihrer Kraft, trotz ihres Schicksals nicht aufzugeben. Auch Ihr tragt einen sehr großen Teil dazu bei, denn sie haben Dank Euch einen (überwiegend) sicheren, warmen Ort, erhalten Traumatherapie, juristische Begleitung und dazu die Möglichkeit zu studieren. Zudem werden sie befähigt, selbst Präventions-Workshops zu gestalten und z.B. an Schulen über sexuelle Gewalt aufzuklären. Die jungen Frauen bekommen ihre Würde zurück:

19 Renus Mdels

Ich möchte mich an dieser Stelle im Namen des ganzen Teams sehr herzlich für Eure treue Unterstützung im Jahr 2019 bedanken, mit der wir vor Ort sehr viel bewirken konnten!

Wer immer mal wieder wissen möchte, was gerade bei Heartkids vor Ort passiert, kann sich sehr gerne auf unseren Facebook-Seiten oder über Instagram informieren. In den Zeiten von E-Mail-Fluten sind das die Kanäle unserer Wahl. Außerdem ist es sehr schön, so miteinander verbunden zu sein. Mittlerweile nutzen sogar unsere Schützlinge der ersten Stunde die sozialen Medien und so entsteht ein wunderbares Heartkids-Netz...

Mit den besten Wünschen für ein entspanntes, lichtvolles Weihnachtsfest und viel Gesundheit, Freude, Kraft und Mut für das Jahr 2020!

Judith Retz

(Gründerin und 1. Vorsitzende von Heartkids e.V.)

19 jcr

 

 

 

 

 

 

 

 

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Eine echte Weihnachtsgeschichte

18 Thank you

Liebe Mitmenschen,

manchmal gibt es Geschichten, die einfach geteilt werden müssen. Vor drei Tagen war meine indische Freundin Renu auf dem Heimweg vom Basar. Auch am Fuße des Himalaya ist es nun Winter und für dortige Verhältnisse kalt. Renu fiel eine Frau mit sechs kleinen Kindern auf den Bahngleisen auf, sie stoppte das Taxi und lief zu der Familie - die Mutter brach in Tränen aus und die Kinder warfen sich Renu in die Arme: Aufgrund schwerer Gewalt durch den Ehemann hatte die 25-Jährige beschlossen, das Leben ihrer Kinder und ihr eigenes auf den Bahngleisen zu beenden.

Renu packte die Rasselbande ins Auto und nahm alle mit ins Frauenschutzzentrum, bekochte die ausgehungerte Familie aus dem Slum und ging mit der verzweifelten Mutter ins Gespräch. Jenseits jeglicher Bildung war sie jahrelang dem muslimischen Ehemann und seinen unvorstellbaren Gewaltausbrüchen ausgeliefert gewesen. Sie vertrat vehement die Ansicht, alle Menschen, die nicht an Allah glauben, wären böse und sie würde niemals Essen von Hindus anrühren. Als sie erfuhr, dass Renu selbst Hindu ist, war das Essen bereits im Bauch und die glücklichen Kinder im Bett - und sie erkannte, dass es keine Frage der Religion ist, wer gut und wer böse ist.

18 Familienrettung

In diesem Sinne: Lasst uns alle so viel MENSCH wie möglich sein, lasst uns das, was wir haben, teilen - und lasst uns nicht vergessen, welch' ein Schatz es ist, dass wir Bildung erhalten, wir sozial abgesichert sind und wir abends ein warmes Bett haben, nicht hungern müssen.

Renu schrieb spät nachts nach der Rettung, als die Kinder und ihre Mutter friedlich schliefen: "Das Nest hier ist voller Wärme und Liebe für alle. Danke Dir, Judith-Engel, für Deine unglaubliche Großzügigkeit, Dein grenzenloses Mitgefühl und Deine Fürsorge. Mögen alle Wesen in Frieden sein". Diese Worte möchte ich sehr gerne an Euch alle weiter geben! Denn ohne Euer Vertrauen in mich, in das, wohin ich Eure Spenden "investiere" - ohne Euch gäbe es das Frauenschutzzentrum in Dehradun und die Projekte in TIruvannamalai gar nicht!

Ich wünsche allen von Herzen eine lichtvolle Weihnachtszeit und ein zufriedenes, glückliches Jahr 2019!

Judith Retz im Namen des Heartkids-Teams und der Herzenskinder

 18 GH Geetha

 

 

 

 

 

 

 

 

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Herzenswunsch (Heartkids-News September 2018)

Es geht nicht nebeneinander und schon gar nicht gegeneinander, es geht nur miteinander.

(Unbekannt)

Liebe Menschen aus nah und fern,

18judith mit geethanach intensiven Sommerwochen in Indien wieder daheim, kommt mir die Zeit dort bisweilen wie ein Traum vor. Unfassbar, wie unmenschlich das Leben an anderen Orten dieser Welt doch sein kann! Seit langem mal wieder war ich völlig eingetaucht in die indische Kultur mit all ihren Licht- und Schattenseiten – und ringe noch nach Worten. Wo anfangen? 

Besonders bestärkend waren die Wochen in unserem HeartGirls Home in Tiruvannamalai. Dort tagtäglich zu erleben, wie Mädchen aus so schweren Verhältnissen zurück in ihre eigene Kraft finden, frei von Äng18Heartkids Homesten aufwachsen dürfen, macht Hoffnung! Gerade abends, wenn alle zur Ruhe kommen und sich in kleinen Grüppchen sammeln, zusammen singen, Spiele machen, quatschen, kichern, mit den Hausmüttern tratschen, gerade dann liegt eine so friedliche Atmosphäre über der Einrichtung, dass die Herausforderungen der Tages in Vergessenheit geraten. Natürlich standen auch Besuche im Heartkids Home, im Kidcenter und in der Ausbildungsstätte auf dem Programm und zahlreiche junge Frauen, deren Studium wir finanzieren, waren glücklich, mir ihren Dank persönlich ausdrücken zu können. So war immer etwas los – und es ist noch viel zu tun!

Nach der Zeit im Süden ging die Reise weiter in Renus Frauenschutzzentrum hoch im Norden, am Fuße des Himalaya. Wir lernten junge, mutige Frauen kennen, die Dinge durchgemacht haben, die man sich gar nicht erst vorstellen möchte. Opfer schwerer sexueller Gewalt, die jetzt Jura studieren, um selbst eines Tages für Gerechtigkeit kämpfen zu können.

Eine 21-Jährige verzierte mir die Hände traditionell mit Henna: Im Januar dieses Jahres wären sie und ihre 7-jährige Tochter (Folge einer Zwangsheirat mit 14) beinahe von den Schwiegereltern bei lebendigem Leibe verbrannt worden. Renu konnte sie in letzter Sekunde retten und die beiden Schützlinge leben nach ihrer waghalsigen Flucht nun im „Nest“, wie die Frauenrechtlerin ihr Schutzzentrum liebevoll nennt.

18im frauenschutzzentrum

Während des Besuchs klingelt in regelmäßigen Abständen die 24-Stunden-Hotline für Mädchen und Frauen in Not: Eine junge Mutter wurde nach der Geburt ihrer Tochter vom Ehemann verlassen, da sie eine geschlechtsbedingte Abtreibung abgelehnt hatte. Nun ist sie den Schwiegereltern hilflos ausgeliefert, welche die Frau hungern lassen, so dass sie voller Sorge ist, nicht genügend Muttermilch für das Neugeborene zu haben. Eingesperrt für 40 Tage Wochenbett war sie froh, zumindest heimlich ein Handy von ihrer Schwester erhalten zu haben. Wut und Ohnmacht.

Später ist eine befreundete Journalistin aus Delhi am Apparat: Eine 14-Jährige habe sich das Leben genommen, nachdem ihr Vergewaktuger (ein ranghoher Politiker) nach nur sechs Monaten vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden war und der Opferfamilie einen Besuch inklusive hohem Geldgeschenk abgestattet hatte. Renu vermutet sofort Mord an dem Mädchen, getarnt als Suizid – sie gibt der Journalistin grünes Licht für den Gang an die Presse. Schock und Verzweiflung.

Im Laufe des Nachmittags meldet sich eine niedergeschlagene indische Prinzessin im Frauenschutzzentrum - einst hatte sie aus Liebe einen Mann aus armen Verhältnissen geheiratet, welcher sich im Laufe der Jahre all ihre Besitztümer selbst angeeignet hat. Jetzt – im Alter von 72 Jahren - wäre die einst reiche Prinzessin komplett mittellos und müsse sogar um kleine Summen Bargeld betteln, damit sie einmal eigenständig einkaufen könne. Sie würde sich trennen wollen, die letzten Lebensjahre gerne in Frieden verbringen – nur wie? Mitgefühl und Verständnis. 

Nach allem, was ich in Indien erlebt habe, glaube ich den Statistiken, die Indien als das frauenfeindlichste Land weltweit betiteln. Ich verspüre mehr denn je den Wunsch, Mädchen und Frauen auf ihrem Weg in ein würdevolles, eigenständiges Leben zu begleiten. Das geht nur weiter mit Euch und Eurer Unterstützung, für die ich so dankbar bin. College-Gebühren pro Semester und Mädchen betragen je nach Studiengang/Stadt/Universität zwischen 200 und 800 Euro (HIER direkt helfen), gerade für Jura müssen wir hohe Beträge aufwenden, da nicht jedes „normale“ College bereit dazu ist, ehemalige Vergewaltigungsopfer aufzunehmen. Aufgrund der Tatsache, dass diese ihre Täter angezeigt haben, stellen sie ein gewisses Risiko dar.

18mit den heartgirls

Bei all der Schwere macht es auch Mut, Frauen in Indien zu begegnen, welche bereit dazu sind, ihr Leben dem Kampf für Gerechtigkeit zu widmen und tatkräftig für ihre, für unsere Schwestern einzustehen. Meine Seelenschwester Renu hat dafür schon unzählige Male ihr Leben riskiert und schützt meines, in dem sie meine Unterstützung vor Ort streng geheim hält. Mittlerweile haben sich 182 Vergewaltiger gegen sie zusammen geschlossen und stellen ihre Arbeit vor tägliche Herausforderungen. Die Tage bei ihr vergingen wie im Flug und Renus Wunsch danach, einfach ein paar Stunden mit mir zu sitzen, meine Hand zu halten und nichts zu tun, wurde nicht erfüllt. Zu sehr halten uns die Aufgaben des Alltages in Bewegung. Jetzt trennen uns wieder tausende Kilometer, doch wir stehen in täglichem Kontakt und ich werde alles dafür tun, ihre Mission aus der Ferne zu unterstützen.

18Judith und Renu

Wie kann es sein, dass unsere Welt so unterschiedliche Gesichter hat? Wie kann es sein, dass im Zeitalter von Internet und weltweiter Vernetzung junge Mütter eingesperrt werden, weil sie ein Mädchen geboren haben und sie leise verhungern sollen? Mich lässt das nicht los und ich war froh, nun von Renu zu erfahren, dass sich eine Polizistin gefunden hat, die in täglichen Kontrollbesuchen überprüft, ob Frau und Kind ausreichend Nahrung erhalten und medizinisch versorgt werden.

Nur ein Schicksal von vielen. Nur wenige, die es schaffen, sich Hilfe zu holen. Zu vieles, was hinter verschlossenen Türen geschieht. Zu vieles, was von verschossenen Herzen und Augen nicht wahrgenommen wird. Lasst es uns nicht egal sein, was auf unserem Planeten geschieht! Bitte erzählt diese Geschichten weiter, bitte denkt an die „Heartgirls“, wenn Menschen geben, teilen möchten. Es ist so wichtig, füreinander da zu sein! 

Für mich ist am Montag der „Urlaub“ vorbei, denn der Lebensunterhalt will auch verdient werden. Von daher seht es mir nach, wenn E-Mail-Anfragen erst im Laufe der Zeit beantwortet werden können.

Ich danke Euch von Herzen für Eure Unterstützung und wünsche Euch alles Liebe

Judith Retz

(Gründerin und 1. Vorsitzende Heartkids e.V.)

18miteinander

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WIr freuen uns über jede Unterstützung!

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